Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien bereitzustellen und unseren Datenverkehr zu analysieren. Wir geben auch Informationen über Ihre Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien und Analysen weiter, die diese möglicherweise mit anderen Informationen kombinieren, die Sie ihnen zur Verfügung gestellt haben oder die sie durch Ihre Nutzung ihrer Dienste gesammelt haben. Sie stimmen unseren Cookies zu, wenn Sie unsere Website weiterhin nutzen.

In Gastronomie und Hotellerie ist längst nicht mehr nur von Bedeutung, was auf den Tisch kommt. Immer wichtiger wird auch, wie es dorthin gelangt und unter welchen Umständen es produziert wurde. Gäste, Gastgeber und Einkäufer schauen heute genauer hin: auf Herkunft, Herstellung und die Frage, welche Verantwortung Marken und Lieferanten entlang der gesamten Wertschöpfungskette übernehmen. Gefragt sind Partner, die Verantwortung fest in ihrer Unternehmensstrategie verankern.
Als ursprünglich reines Naturprodukt ist das Gerolsteiner Mineralwasser bedingungslos auf eine intakte Umwelt angewiesen. Um diese zu bewahren, verzahnt der Mineralbrunnen Verantwortung für die Ressource Wasser, Umwelt und Klima mit technologischer Innovation. Entlang seiner gesamten Wertschöpfungskette setzt das Unternehmen auf Lösungen, die Effizienz, Umwelt- und Klimaschutz sowie Produktivität gleichermaßen stärken.
Durch digitale und datenbasierte Lösungen beispielsweise entsteht eine Produktionslogik, die ökologische Verantwortung, nachhaltige Wassernutzung und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit systematisch zusammendenkt. Die digitalen Innovationen helfen dabei, Ressourcen effizienter einzusetzen, Prozesse robuster zu gestalten und gleichzeitig Umwelt- und Klimaschutz zu stärken. Im Gespräch erläutert Ulrich Rust, Geschäftsführer Technik & Logistik der Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG, wie Gerolsteiner Digitalisierung und Nachhaltigkeit gemeinsam vorantreibt.

Herr Rust, warum gehören Innovation, Nachhaltigkeit und Digitalisierung bei Gerolsteiner untrennbar zusammen?
Ulrich Rust: Weil sie in der Praxis auf dasselbe Ziel einzahlen: ein Naturprodukt verantwortungsvoll und zukunftsfähig bereitzustellen. Nachhaltigkeit bedeutet für uns mehr als einzelne Umweltmaßnahmen. Sie reicht vom Schutz der Ressource Wasser und seiner Quelle über die gesamte Wertschöpfungskette bis in Produktion, Logistik und Energieversorgung.
Digitale Innovationen sind dabei ein wichtiger Hebel, um ökologische und ökonomische Ziele gemeinsam voranzubringen. Datenbasierte Prognosen, vernetzte Systeme und intelligente Prozesssteuerung helfen uns, Ressourcen gezielter einzusetzen, Abläufe stabiler zu gestalten und Entscheidungen fundierter zu treffen.
Welche Rolle spielt Ihre Data-Driven Factory in diesem Transformationsprozess?
Ulrich Rust: Eine zentrale. Digitale Anwendungen entfalten ihren vollen Nutzen nur dann, wenn Daten nicht isoliert in einzelnen Bereichen liegen, sondern systematisch zusammengeführt und in Entscheidungen übersetzt werden. Genau dafür haben wir eine Data Intelligence Platform aufgebaut, die als Single Source of Truth alle relevanten Unternehmensdaten bündelt. Sie schafft die infrastrukturelle Grundlage für schnellere Analysen, belastbarere Prognosen und eine präzisere Produktionsplanung, unter anderem durch KI-Tools.
Wo zeigt sich der Nutzen digitaler Anwendungen besonders deutlich?
Ulrich Rust: Ein wichtiger Anwendungsfall ist die Absatz- und Leergutprognose. Noch bevor die erste Flasche abgefüllt wird, entscheidet die Qualität der Planung darüber, wie gut Produktionskapazitäten, Materialflüsse und Logistik zusammenspielen. Für die Absatzplanung nutzen wir ein KI-gestütztes Prognosesystem, das unter anderem Ferienzeiten, Temperaturen, saisonale Schwankungen und das Aktionsgeschäft einbezieht. Für einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen erreicht die Anwendung eine Prognosegenauigkeit von bis zu 90 Prozent. Das schafft Planungssicherheit: Wir können Produktionsmengen präziser planen, kurzfristige Nachbestellungen vermeiden und Überproduktion reduzieren. Ergänzend gibt es eine intelligente Leergutprognose. Denn auch die beste Absatzplanung funktioniert nur, wenn Klarheit über erwartete Rückläufe und verfügbare Flaschenbestände besteht.
Mit unserer Datenplattform überwachen wir zudem automatisiert wichtige Parameter unserer Leergutsysteme, etwa Rückläufe, Verweilzeiten im Markt und Anteile defekter oder fremder Flaschen. So werden Kreisläufe transparenter, der Leergutpool besser planbar und wir konnten ungeplante Beschaffungsvorgänge deutlich reduzieren. Das schont Rohstoffe, entlastet Lagerkapazitäten und stärkt die Steuerung entlang der Supply Chain.
Gibt es weitere Stationen in der Produktionskette, die von digitalen Anwendungen profitieren?
Ulrich Rust: Natürlich, zum Beispiel die Qualitätskontrolle im Mehrwegsystem. Dort haben wir die sogenannte Sniffer-Technologie weiterentwickelt, die Verunreinigungen in Mehrwegflaschen erkennt und diese bei Bedarf aussortiert. Die Sensordaten werden nun auf unserer Plattform verarbeitet, um Anomalien frühzeitig sichtbar zu machen. Das ist relevant, weil das bewusst sehr sensibel eingestellte System sonst auch verwendbare Flaschen aussortieren könnte. Unsere Innovation senkt die Fehlerquote bei der Qualitätskontrolle voraussichtlich um rund 30 Prozent und sorgt dafür, dass geeignete Mehrwegflaschen möglichst viele Umläufe schaffen.
Darüber hinaus kommen bei der Flaschenreinigung im Mehrwegsystem Sensoren zum Einsatz, die laufend Parameter wie Temperatur, Druck und Leitwerte messen. Die Systeme analysieren die Daten automatisch mithilfe der Plattform und passen Reinigungsparameter gezielt an. So werden hygienische Anforderungen erfüllt, gleichzeitig setzen wir im Sinne der Umwelt aber nur so viel Energie, Temperatur und Reinigungsmittel ein wie nötig.
Wie zeigt sich der nachhaltige Wandel in anderen Bereichen des Standorts?
Ulrich Rust: Gerade transformieren wir unter anderem die energetische Grundlage unseres Produktionsstandorts. Unser Ziel ist es, Energieversorgung und Ressourcennutzung so aufzustellen, dass sie zukunftsfähig und resilient werden. Ein elementarer Baustein dafür ist unser eigenes Biomasse-Heizkraftwerk. Gemeinsam mit Photovoltaik und Grünstrom wird es künftig eine tragende Rolle in der Energieversorgung übernehmen. Das Projekt reduziert voraussichtlich rund 7.000 Tonnen CO2-Emissionen und verringert die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Damit zahlt es direkt auf unsere Nachhaltigkeitsstrategie ein und hilft, das 1,5-Grad-Ziel in Scope 1 und 2 langfristig abzusichern, das wir am Standort bereits 2024 frühzeitig erreicht haben. Solche Transformationsprozesse sind dabei nicht nur eine technologische, sondern immer auch eine organisatorische Aufgabe. Sie gelingen nur mit einem Führungsteam, das vernetzt, zielgerichtet und mit einem ausgeprägten Exzellenz-Mindset kontinuierlich daran arbeitet, Prozesse zu verbessern.
Über Ulrich Rust
Ulrich Rust ist seit Juni 2007 Geschäftsführer Technik & Logistik der Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG. Seitdem hat er zahlreiche wegweisende Neuerungen in seinem Ressort umgesetzt, darunter die Einführung des Individualgebindes, der Bau eines Kompaktlagers mit 18.500 Stellplätzen und die Entwicklung einer breit angelegten Nachhaltigkeitsstrategie. Der Diplom-Ingenieur ist seit 1992 in der Getränkeindustrie tätig und verantwortete in verschiedenen Positionen unter anderem die Bereiche Qualität, Technologie, technisches Controlling, Umwelt und Technik. Darüber hinaus hatte er als Betriebsleiter und Geschäftsführer Technik leitende Funktionen inne.
Fazit:
Wer ein Naturprodukt anbietet, trägt besondere Verantwortung. Seit mehr als 130 Jahren verbindet Gerolsteiner Natur, Qualität und Haltung und entwickelt diesen Anspruch mit Blick auf die Zukunft konsequent weiter. So entsteht ein Ansatz, der ökologisches und ökonomisches Handeln dauerhaft verbindet – von einem verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Wasser über datenbasierte Produktionsprozesse bis hin zu einer zukunftsfähigen Energieversorgung.
Gleichzeitig wird deutlich, dass nachhaltige Transformation nur gelingt, wenn Unternehmen langfristig denken und Innovation konsequent in ihre Strategie integrieren. Digitale Lösungen schaffen dabei die Grundlage, Ressourcen effizienter einzusetzen, Prozesse resilienter zu gestalten und Umwelt- sowie Klimaschutzziele messbar zu unterstützen.
Kontakt:
Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG
Tel.: +49 6591 14-0
E-Mail: info@gerolsteiner.de
Abschließend bedanken wir uns herzlich bei Ulrich Rust, Geschäftsführer Technik & Logistik der Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG, für das informative Gespräch und die spannenden Einblicke, wie Gerolsteiner Nachhaltigkeit, Innovation und Digitalisierung erfolgreich miteinander verbindet und damit Impulse für eine zukunftsfähige Lebensmittel- und Getränkeindustrie setzt.
Herzliche Grüße, Sandra
Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien bereitzustellen und unseren Datenverkehr zu analysieren. Wir geben auch Informationen über Ihre Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien und Analysen weiter, die diese möglicherweise mit anderen Informationen kombinieren, die Sie ihnen zur Verfügung gestellt haben oder die sie durch Ihre Nutzung ihrer Dienste gesammelt haben. Sie stimmen unseren Cookies zu, wenn Sie unsere Website weiterhin nutzen.