Risikomanagement als unterschätzter Erfolgsfaktor in der Hotellerie.

Nachhaltigkeit braucht Sicherheit - mehr als nur Umweltbewusstsein.

Pascal Lorenz erklärt warum Risikomanagement ein zentraler Baustein für eine zukunftsfähige Hotellerie ist.

Nachhaltigkeit in der Hotellerie bedeutet heute weit mehr als ressourcenschonendes Wirtschaften. Wer langfristig erfolgreich sein möchte, muss ökologische, wirtschaftliche und operative Risiken gleichermaßen im Blick behalten. Denn eine wirklich nachhaltige Betriebsführung schützt nicht nur Umwelt und Gäste, sondern auch die Stabilität des eigenen Unternehmens. Genau hier setzt HOGA PROTECT an: mit durchdachten Versicherungslösungen, die nachhaltige Investitionen absichern und Betriebe resilient gegenüber neuen Herausforderungen machen – von digitalen Risiken bis hin zu Betriebsausfällen.

 

 

Warum Nachhaltigkeit ohne Risikomanagement nicht funktioniert.

Herr Lorenz, Nachhaltigkeit wird oft mit Umweltmaßnahmen verbunden. Warum gehört aus Ihrer Sicht auch Risikomanagement untrennbar dazu?

Pascal Lorenz: Das ist eine berechtigte Frage. Wenn wir über Nachhaltigkeit sprechen, denken viele sofort an das Einsparen von Plastik oder die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks. Das ist absolut essenziell, aber es ist eben nur ein Teil der Gleichung.

Echte Nachhaltigkeit bedeutet für mich Zukunftsfähigkeit. Ein Hotel, das heute massiv in Photovoltaik investiert, handelt ökologisch nachhaltig. Doch was passiert, wenn ein Extremwetterereignis diese Anlage zerstört oder ein technischer Defekt den Betrieb für Wochen lahmlegt? Wenn dann die finanzielle Absicherung fehlt, ist das Projekt ‚Nachhaltigkeit‘ schlagartig beendet.

Man muss es so sehen:

Umweltmaßnahmen schützen unseren Planeten.
Risikomanagement schützt die Existenzgrundlage, damit wir diesen Schutz überhaupt dauerhaft leisten können. Hier kommt oft ein konkreter Präventions-Check ins Spiel, der beide Welten verbindet: Wer seine technischen Anlagen regelmäßig und professionell warten lässt, senkt nicht nur massiv das Brand- oder Ausfallrisiko (Risikomanagement), sondern optimiert in der Regel auch sofort den Energieverbrauch (Umweltschutz). Wer seine Risiken kennt und präventiv agiert, schont also automatisch wertvolle Ressourcen.

In der Fachwelt sprechen wir oft von den ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance). Risikomanagement zahlt direkt auf die Governance, also die verantwortungsvolle Unternehmensführung, ein.

Ein nachhaltiges Hotel ohne solides Risikomanagement ist wie ein Segelschiff mit Solarantrieb, aber ohne Rettungsboote: Es fährt zwar sauber, ist aber beim ersten schweren Sturm manövrierunfähig.

Indem wir Risiken managen, sorgen wir dafür, dass die grünen Investitionen der Hoteliers nicht durch unvorhergesehene Ereignisse entwertet werden. Nur ein wirtschaftlich stabiles Unternehmen hat die Kraft, langfristig ökologische und soziale Verantwortung zu übernehmen. Nachhaltigkeit und Sicherheit sind zwei Seiten derselben Medaille.

 

Welche Risiken unterschätzen viele Hotelbetriebe noch, insbesondere im Kontext einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Betriebsführung?

Pascal Lorenz: Das ist ein entscheidender Punkt. Viele Hoteliers haben die klassischen Gefahren wie Feuer oder Leitungswasser gut im Griff. Doch im Zuge der Transformation zu einem nachhaltigen Betrieb entstehen neue Blindstellen. Ich sehe vor allem drei Bereiche, die oft unterschätzt werden:

1. Die ‚grüne‘ Lieferkette und Abhängigkeiten

Nachhaltigkeit bedeutet, dass man sich auf Partner verlässt, die dieselben Werte teilen. Wenn jedoch ein spezialisierter, nachhaltiger Lieferant ausfällt – sei es für regionale Bio-Produkte oder ökologische Baumaterialien – lässt sich dieser nicht mal eben über Nacht ersetzen. Diese Unterbrechung der Lieferkette kann den Betrieb empfindlich stören. Wer hier kein Backup-Szenario hat, riskiert seine Glaubwürdigkeit und seinen Umsatz.

2. Cyber-Risiken durch Smart-Building-Technologien

Ein moderner, nachhaltiger Betrieb setzt oft auf intelligente Steuerung: Smarte Heizsysteme, vernetzte Beleuchtung und digitale Check-ins sparen massiv Energie und Ressourcen. Aber: Jedes vernetzte Gerät ist ein potenzielles Einfallstor für Hacker. Ein Cyber-Angriff, der die Gebäudesteuerung lahmlegt, ist für ein Hotel heute oft verheerender als ein kleinerer Sachschaden. Digitalisierung und Nachhaltigkeit gehen Hand in Hand – die IT-Sicherheit muss hier aber Schritt halten.

3. Klimafolgerisiken und das ‚Greenwashing‘-Risiko

Wir erleben eine Zunahme von Extremwetterereignissen. Viele unterschätzen, dass Standorte, die vor zehn Jahren noch als sicher galten, heute durch Starkregen oder Hitzeperioden gefährdet sind. Zusätzlich gibt es ein oft übersehenes Haftungsrisiko: Wenn ein Hotel mit Nachhaltigkeit wirbt, die Versprechen aber aufgrund von Fehlern in der Betriebsführung nicht halten kann, drohen rechtliche Konsequenzen und ein massiver Reputationsschaden. Transparenz ist hier das beste Risikomanagement.

Mein Fazit für die Praxis: Zukunftsorientierung heißt, über den Tellerrand der Sachversicherung hinauszuschauen. Es geht nicht mehr nur darum, was passiert, wenn es brennt, sondern was passiert, wenn die Technik streikt oder die Klimaveränderung das Geschäftsmodell unter Druck setzt.

 

Digitale Bedrohungen, technische Störungen, Naturereignisse nehmen zu. Welche Rolle spielen moderne Versicherungskonzepte bei der Absicherung dieser neuen Herausforderungen?

Pascal Lorenz: Moderne Konzepte sind heute weit mehr als reine ‚Schadenbezahler‘ – sie fungieren als strategischer Rettungsschirm und aktiver Begleiter. In einer komplexeren Welt übernehmen sie drei entscheidende Rollen:

  • Prävention statt nur Reaktion: Moderne Tarife beinhalten oft Assistance-Leistungen wie Cyber-Krisenmanagement oder Wetter-Warnsysteme, die helfen, Schäden zu verhindern, bevor sie entstehen.
  • Ganzheitlicher Schutz: Statt starrer Einzelpolicen greifen modulare Lösungen. Sie decken nicht nur den physischen Defekt einer Photovoltaikanlage ab, sondern auch den Ertragsausfall, wenn die Sonne scheint, die Technik aber streikt.
  • Finanzielle Resilienz: Sie sichern die Liquidität, die für eine nachhaltige Transformation nötig ist. Wenn ein Extremwetterereignis eintritt, sorgt das richtige Konzept dafür, dass der Betrieb nicht nur wieder aufgebaut, sondern direkt nach modernsten, nachhaltigen Standards saniert werden kann.

Kurz gesagt: Moderne Versicherungskonzepte sind das Sicherheitsnetz, das es Hoteliers ermöglicht, mutig in die Zukunft und in grüne Technologien zu investieren, ohne bei der kleinsten Störung die Existenz zu riskieren.

 

Was würden Sie Hoteliers raten, die ihre Betriebe nicht nur nachhaltiger, sondern auch widerstandsfähiger gegenüber Krisen aufstellen möchten?

Pascal Lorenz: Mein Rat lässt sich in drei Schritten zusammenfassen:

  • Ganzheitlich denken: Betrachten Sie Nachhaltigkeit und Sicherheit als Einheit. Eine ökologische Investition ist erst dann wirklich nachhaltig, wenn sie auch gegen Ausfälle abgesichert ist.
  • Regelmäßige Risiko-Audits: Die Welt verändert sich schnell. Gehen Sie einmal im Jahr mit Experten durch den Betrieb – nicht um Versicherungen zu zählen, sondern um neue Gefahrenquellen wie Cyber-Lücken oder Klimarisiken frühzeitig zu identifizieren.
  • In Prävention investieren: Der beste Schaden ist der, der gar nicht erst entsteht. Ob moderne Brandschutzsensorik oder Mitarbeiterschulungen für den Krisenfall – Prävention spart langfristig nicht nur Geld, sondern schont durch vermiedene Reparaturen und Ressourcenverschwendung auch die Umwelt.

Mein wichtigster Impuls: Warten Sie nicht auf die Krise, um über Resilienz nachzudenken. Ein widerstandsfähiges Hotel ist ein attraktives Hotel – für Gäste, für Mitarbeiter und für Investoren.

 

Welche Erfahrungswerte aus der Praxis gibt es, wo sich ein gutes Absicherungskonzept nachhaltig bewährt hat?

Pascal Lorenz: Ein sehr anschauliches Beispiel ist ein mittelständisches Hotel, das konsequent auf Eigenstrom durch eine großflächige Photovoltaik-Anlage und eine moderne Wärmepumpe setzte.

Durch ein schweres Hagelereignis wurde nicht nur die Anlage beschädigt, sondern es kam auch zu einem Folgeschaden an der Steuerungselektronik. Dank eines modernen, nachhaltigen Absicherungskonzepts passierten drei Dinge:

  • Ertragsausfall-Schutz: Die Versicherung übernahm nicht nur die Reparaturkosten, sondern auch die Mehrkosten für den teuren Strombezug aus dem Netz, während die Anlage stillstand. Die Liquidität des Hauses blieb unangetastet.
  • Technologie-Update: Anstatt nur den alten Zustand wiederherzustellen, ermöglichte der Vertrag den Einbau der neuesten, noch effizienteren Modul-Generation.
  • Vernetzte Hilfe: Ein im Konzept enthaltenes Netzwerk aus spezialisierten Handwerkern sorgte dafür, dass die Reparatur priorisiert wurde.

Das Ergebnis: Der Betrieb war nach kürzester Zeit wieder voll am Netz. Ohne dieses durchdachte Konzept hätte der finanzielle Verlust der Energiekosten den Hotelier gezwungen, andere geplante Nachhaltigkeitsprojekte – wie die Umstellung der Flotte auf E-Mobilität – um Jahre zu verschieben. So wurde aus einem Schaden kein Rückschritt, sondern ein Sprung nach vorn.

Über Pascal Lorenz:

Pascal Lorenz ist Abteilungsleiter bei Martens & Prahl HOGA PROTECT und verfügt über umfassende Erfahrung in der Beratung der Hotellerie- und Gastronomiebranche. In seiner täglichen Arbeit beschäftigt er sich intensiv mit Risikomanagement, zukunftsfähigen Konzepten und nachhaltigen Lösungen für Betriebe. Dabei legt er besonderen Wert auf praxisnahe Ansätze, die wirtschaftlichen Erfolg und ökologische Verantwortung verbinden. Durch die enge Zusammenarbeit mit Partnern unterstützt er Unternehmen dabei, sich langfristig resilient und nachhaltig aufzustellen.

 

Martens & Prahl: Hoga Protect

Fazit: Nachhaltigkeit braucht Absicherung - Risiko clever managen.

Nachhaltige Hotellerie bedeutet, langfristig zu denken - nicht nur bei Energie, Wasser oder Ressourcen, sondern auch beim Schutz von Gästen, Mitarbeitern und Investitionen.

Risikomanagement ist dabei ein zentraler Baustein: Wer Risiken früh erkennt und clever steuert, schafft Sicherheit für den täglichen Betrieb und die strategische Entwicklung seines Hotels.

Praxisbeispiele in unserem Arbeitsalltag zeigen, wie eine vorausschauende Absicherung hilft, unvorhergesehene Störungen planbar zu machen und nachhaltige Investitionen zu schützen. So wird Sicherheit zu einem aktiven Teil einer zukunftsfähigen Hotellerie - und nicht nur zu einer reaktiven Maßnahme.

 

Wir laden dazu ein, über Ansätze und Erfahrungen im Risikomanagement zu diskutieren und voneinander zu lernen – für Hotels, die nicht nur nachhaltig wirtschaften, sondern auch langfristig sicher führen wollen.

Kontakt

Pascal Lorenz

Tel: +49 (0) 451 16 003 49

E-Mail: pascal.lorenz@martens-prahl.de

www.mp-hotel.de

 

Abschließend danken wir Pascal Lorenz von Martens & Prahl HOGA PROTECT herzlich für das Gespräch und die spannenden Einblicke in die Versicherungswelt der Hotellerie.

Herzliche Grüße, Sandra

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