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In der Hotellerie wird Nachhaltigkeit häufig zunächst mit Energie- und Wassereinsparung verbunden. Gleichzeitig entstehen im Gästebetrieb auch erhebliche Abfallmengen – etwa durch teilweise genutzte Seifen und Einwegplastikverpackungen.
Wir haben mit Bernise Rivière, Gründerin von SapoCycle Germany e.V., darüber gesprochen, welche Rolle feste Seife in einem kreislauforientierten Hotelbetrieb spielen kann. Im Gespräch geht es auch darum, wie gebrauchte Seifen sinnvoll aufbereitet und wie daraus Beschäftigungs- und Teilhabemöglichkeiten entstehen können.


Bernise, du sagst, Nachhaltigkeit wird oft zu kurz gedacht. Wo setzt SapoCycle Germany e.V. an?
Bernise Rivière: In der Hotellerie liegt der Fokus häufig auf Wasser- und Energieeinsparung. Gleichzeitig entstehen im Badezimmer erhebliche Abfallmengen, etwa durch teilweise genutzte Seifen. Diese enthalten wertvolle Rohstoffe, die bislang oft ungenutzt entsorgt werden. Gleichzeitig gibt es Menschen in Deutschland, denen der Zugang zu grundlegender Hygiene erschwert ist. SapoCycle Germany e.V. möchte hier ansetzen: Gebrauchte Seifen werden gesammelt und zu neuen Seifenprodukten aufbereitet.
Viele Hotels setzen auf Spendersysteme. Wie siehst du diese Entwicklung?
Bernise Rivière: Flüssigseife enthält einen hohen Wasseranteil. Für Haltbarkeit und Hygiene können Konservierungsstoffe erforderlich sein. Zudem fallen bei Einwegspendern Plastikabfälle an. Auch bei nachfüllbaren Systemen ist eine regelmäßige Reinigung, Wartung oder gegebenenfalls der Austausch wichtig. Feste Seife benötigt kein Wasser als Hauptbestandteil, ist leichter im Transport und kann damit unter bestimmten Bedingungen zur Reduzierung von Verpackungs- und Transportaufwand beitragen. In unserem Projekt mit der Hochschule Rosenheim untersuchen wir solche Zusammenhänge genauer. Stay tuned!
Kannst du die Arbeit von SapoCycle Germany in Zahlen beschreiben?
Bernise Rivière: Seit Projektstart haben wir mehr als 3.400 kg Seifenabfall gesammelt und daraus über 15.000 SapoSeifen hergestellt. Diese Zahlen zeigen, welches Potenzial in der Wiederverwertung von Hotelabfällen steckt. Unser Ziel ist es, feste Seife als praktischen Baustein für abfallärmere Hotelbadezimmer weiterzuentwickeln.
Welche Rolle kann SapoCycle im Hinblick auf ESG-Reporting spielen?
Bernise Rivière: Hotels können mit einer solchen Partnerschaft sowohl Umwelt- als auch Soziales-aspekte ihres Nachhaltigkeitsmanagements unterstützen. Die Sammlung und Aufbereitung gebrauchter Seifen kann zur Abfallvermeidung beitragen. Gleichzeitig entstehen in Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigungen Beschäftigungs- und Teilhabemöglichkeiten. Ob und in welchem Umfang sich daraus messbare ESG-Wirkungen ergeben, sollte jedes Hotel anhand eigener Daten – etwa gesammelter Mengen, vermiedener Entsorgungsmengen und dokumentierter Sozialwirkung – prüfen und berichten.
Welche Hotels arbeiten bereits mit euch zusammen?
Bernise Rivière: Wir arbeiten unter anderem mit dem GreenSign-zertifizierten Berghotel Rehlegg, Schloss Elmau, dem Königshof Munich und The Ritz-Carlton Berlin zusammen. Diese Partnerschaften zeigen, dass auch kleine Maßnahmen im Hotelalltag einen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten können. Unsere Vision ist, dass gebrauchte Seifen in Deutschland seltener entsorgt und häufiger in sinnvolle Kreisläufe überführt werden.
Über Bernise Rivière
Bernise Rivière ist Gründerin und Erste Vorsitzende von SapoCycle Germany e.V. Als Netzwerkerin und Sozialunternehmerin verbindet sie die Anforderungen der Hotellerie mit Themen der Ressourcenschonung und sozialen Teilhabe.
Möchtest auch du prüfen, wie gebrauchte Seifen aus dem Hotelbetrieb sinnvoll gesammelt und aufbereitet werden können? Erfahre mehr über SapoCycle Germany e.V.
SapoCycle Germany e.V.
SapoCycle Germany e.V. setzt sich dafür ein, gebrauchte Seifen aus dem Hotelbetrieb zu sammeln und zu neuen Seifenprodukten aufzubereiten. Dadurch können Abfallmengen reduziert und vorhandene Rohstoffe erneut genutzt werden. Gleichzeitig entsteht soziale Wirkung: Die Aufbereitung erfolgt in Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigungen und kann Beschäftigungs- sowie Teilhabemöglichkeiten fördern.
Feste Seife kann unter bestimmten Bedingungen eine ressourcenschonende Alternative zu Flüssigseife sein – etwa durch einen geringeren Wasseranteil, weniger Verpackungsmaterial und ein potenziell geringeres Transportgewicht. Ob sich daraus konkrete Einsparungen bei Plastik, Emissionen oder Kosten ergeben, hängt jedoch vom jeweiligen Produkt, der Logistik und der Nutzung im Hotel ab.
Auch die ESG-Relevanz sollte hotelindividuell dokumentiert werden: Möglich sind beispielsweise Angaben zur gesammelten Seifenmenge, zur vermiedenen Entsorgungsmenge und zur sozialen Wirkung der Zusammenarbeit mit Werkstätten.
Interesse an Kreislauflösungen für Ihr Hotel?
Wenn Sie mehr über eine mögliche Zusammenarbeit mit SapoCycle Germany e.V. erfahren möchten, steht Ihnen das Team gerne für weitere Informationen zur Verfügung.
Kontakt
Bernise Rivière
Tel.: +4917650176899
E-Mail: germany@sapocycle.org
Abschließend danken wir Bernise Rivière und der Sapo Cycle Germany e.V. herzlich für das schöne Gespräch und die ehrlichen Einblicke.
Herzliche Grüße, Sandra
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